Torte aus Kartoffeln

Kartoffeltorte

Im Sommer hatte die Leibpeis einmal eine Torte aus Auberginen präsentiert. Und weil dies so gut funktionierte, dachten wir uns, dass auch die Kartoffel einmal eine derart edle Form verdient hätte.

Außer der Tatsache, dass das Wort „Torte“ aus dem Spätlateinischen stammt und ein rundes Gebäck bezeichnet, ist über die Geschichte der Torte wenig bekannt. Über die aus Lateinamerika stammende Kartoffel wissen wir hingegen wesentlich mehr. Die auch als „Erdapfel“ oder „Grundbirne“ bezeichnete krautige Pflanze gehört zur Familie der Nachtschattengewächse, ist in mehr als 5000 Sorten erhältlich, und gehört heute weltweit zu den wichtigsten Nahrungsmitteln. Ihre Kulturgeschichte in Europa ist legendär: Aus dem Inkareich brachten spanische Eroberer die Pflanze nach Europa, wo sie als kuriose Rarität von Botanikern gezüchtet wurde. Marie-Antoinette soll beispielsweise gerne Kartoffelblüten im Haar getragen haben. Weil man sich jedoch über die Zubereitung und die zu verwendenden Teile häufig unsicher war, endete der Genuss vielfach mit Bauchschmerzen und Vergiftungserscheinungen, was der Kartoffel den Ruf als Giftpflanze einbrachte. Wegen ihres Aussehens wurde sie manchmal mit anderen Pflanzen wie Süßkartoffeln, Topinambur oder Trüffeln (daher der Name Kartoffel!) verwechselt. Erst allmählich verbreitete sich das Wissen um die Pflanze und deren Vorteile. Insbesondere Hungersnöte wie sie der Dreißigjährige Krieg auslöste, machten die Kartoffel zu einer Hauptnahrungsquelle. Durch  „Kartoffelbefehle“ Friedrichs II. von Preußen ab dem Jahr 1746, bei denen Bauern gezwungen wurden, Kartoffeln anzubauen und die Felder von Soldaten bewacht wurden, wurde der Anbau schließlich auch in Deutschland durchgesetzt.

Eines der ältesten Rezeptbücher für Kartoffeln wurde übrigens vom Seitenstettener Benediktinerabt Caspar Plautz im Jahr 1621 verfasst.

Unsere Kartoffeltorte geht ganz einfach, schmeckt sehr lecker und erinnert ein wenig an die Tortilla de patatas aus dem letzten Spanienurlaub oder an die Rösti, die es in der Schweiz beim Schifahren gab. Und was nicht sofort verzehrt wird, eignet sich hervorragend fürs Mittagessen am nächsten Tag im Büro.

Kartoffeltorte

  • 500g Kartoffeln
  • 100g Hartkäse gerieben (z.B. Pecorino, Gruyère, Bergkäse)
  • 4 Eier
  • 1 Zwiebel (alternativ: Lauch oder Frühlingszwiebeln)
  • Rosmarin
  • Salz
  • Pfeffer
  • etwas Butter und Mehl für die Tortenform

Kartoffeln schälen, reiben und mit dem geriebenen Käse vermengen. Zwiebeln häuten und in Würfel schneiden und zur restlichen Masse hinzufügen. 4 Eier aufschlagen, verquirlen, mit Rosmarin, Salz und Pfeffer abschmecken. Wer möchte, kann anstelle des vierten Eies etwas Sauerrahm, Sahne oder Schmand beifügen. Eine Tortenform mit Butter ausfetten und bemehlen, Kartoffelmasse hineingeben und mit den Eiern übergießen. Das Ganze bei 180°C Umluft für eine Dreiviertelstunde in den Backofen geben. Mahlzeit!

Kartoffeltorte 2

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