Salzburg – Besuch in der Mozartstadt

„…Das weite Thal, welches mit einzelnen Schlössern, Kirchen und Bauernhöfen wie angesäet ist, wird dem entzückten Auge immer sichtbarer. Thürme und Paläste zeigen sich nach und nach; man fährt endlich an dem Kapuzinerberg vorbei, dessen ungeheure Felswand hart an der Straße senkrecht in die Höhe ragt und fürchterlich auf den Wanderer herabblickt…und nun geht es durch einige herrliche Alleen in die Stadt selbst hinein. Festungswerke aus lauter Quadersteinen umgeben diesen so berühmten Sitz der ehemaligen Churfürsten. Lauter Häuser von 4 bis 5 Stockwerken erfüllen die ziemlich breiten Gassen und an dem wunderlich verzierten Hause des Theophrastus Paracelsus vorbei geht es über die Brücke der Salzach, die trüb und dunkel mächtig vorüberbraust…“

So beschreibt Franz Schubert Salzburg im Jahr 1825. Wir haben die Mozartstadt ebenfalls ausführlich besucht – mehr noch als das, wir haben dort auch einige Jahre gelebt. Unsere Eindrücke, unsere Empfehlungen und unsere Highlights wollen wir mit euch teilen.

Die beste Reisezeit

Zwei Mal im Jahr verwandelt sich Salzburg von einer Kleinstadt in eine Metropole: Im Sommer während der Festspiele, wenn sich zahlreiche Menschen auf den Plätzen tummeln und überall Gastgärten entstehen, und im Advent, wenn die traditionellen Adventsingen stattfinden und der Christkindlmarkt eröffnet. Wir finden beides sehr sehenswert. Allerdings machen diese Termine nur dann Sinn, wenn man etwa Festspielkarten hat bzw. den Jedermann besucht. Sonst empfehlen wir die Zeit außerhalb der Hauptsaison: Markus findet vor allem den Januar sehr schön, wenn Schnee liegt, der Frost schöne Eiskristalle an den Bäumen zaubert und es sonst eher ruhig zugeht.

Anreise & Verkehrsmittel

Salzburg besitzt einen kleinen Flughafen – den Airport W.A. Mozart –, der an die O-Bus-Linien 2, 10 und 27 angebunden ist. Am besten ist Salzburg jedoch mit der Bahn erreichbar. Da der Salzburger Hauptbahnhof ein Grenzbahnhof ist, gilt hier auch das Bayern-Ticket. Die Fassade des Bahnhofs steht zwar unter Denkmalschutz, doch das Innere des Bahnhofs ist seit der Renovierung 2008 viel übersichtlicher geworden. Vom Bahnhof aus geht es dann mit dem O-Bus oder zu Fuß Richtung Altstadt. Wir empfehlen, die Bustickets als Vorverkaufstickets bei einer Trafik (z.B. direkt am Hauptbahnhof) zu erwerben: Diese sind wesentlich günstiger als am Automaten oder beim Fahrer. In der Altstadt selbst lässt sich eigentlich alles gut zu Fuß erledigen.

Sehenswertes

Salzburg ist in erster Linie als die Stadt bekannt, in der Wolfgang Amadeus Mozart aufwuchs. Dementsprechend darf natürlich die Besichtigung seiner Wirkungsstätten nicht fehlen: Mozarts Geburtshaus in der Getreidegasse, das wegen der davor stehenden Touristen und seiner quietschgelben Farbe nicht übersehen werden kann, Mozarts Wohnhaus und der Salzburger Dom, der den Heiligen Rupert und Virgil geweiht ist. Letztgenannter ließ an der Stelle, wo heute der Barockbau steht, eine erste Basilika errichten, die im Jahr 774 geweiht wurde. Nach einem Brand im Jahr 1598 wurde unter den Fürsterzbischöfen Wolf Dietrich von Raitenau und Markus Sittikus Graf von Hohenems ein neuer Dom gebaut, in dem 1682 anlässlich des 1100-jährigen Bestehens des Bistums die 53-stimmige Missa Salisburgensis uraufgeführt wurde.

Überhaupt sind Salzburgs zahlreiche Kirchen sehenswert. Nicht umsonst wird die Stadt auch als „Rom des Nordens“ bezeichnet. Hier wird die Geschichte Salzburgs als Fürsterzbistum sichtbar, welches bis ins 19. Jh. ein eigenständiges Territorium war, das nicht zu Österreich gehörte. Besonders sehenswert sind neben dem Dom die Franziskanerkirche und die vom Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach entworfene Kollegienkirche, die als Universitätskirche dient. Von oben betrachtet sieht es übrigens so aus, als könnte man die Kollegienkirche und die zum Priesterseminar gehörige und ebenfalls von Fischer von Erlach errichtete Dreifaltigkeitskirche wie zwei Puzzlesteine ineinanderschieben. Die vielleicht salzburgischste aller Kirchen ist jedoch St. Peter.

Die Benediktinerabtei St. Peter wurde 696 vom Hl. Rupert gegründet und ist das älteste Kloster im deutschsprachigen Raum. Gleichzeitig beherbergt dieses die älteste Bibliothek Österreichs. Unbedingt sollte man die Stiftskirche, den am Fuß des Festungsbergs gelegenen Friedhof, auf dem Mozarts Schwester Nannerl und der Komponist Michael Haydn beigesetzt sind, und die sogenannten „Katakomben“.

Über die Kaigasse und die Nonnbergstiege gelangt man zum Stift Nonnberg. Die auf einer Terrasse des Festungsbergs gelegene Benediktinerinnenabtei gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist auch durch das Musical Sound of Music bekannt.

Weil wir gerade den Festungsberg erwähnen: Salzburg liegt inmitten von Hügeln, den sogenannten Stadtbergen, von denen aus man nicht nur einen guten Überblick bekommt, sondern auch in wenigen Minuten mitten im Grünen landet. Da wäre der Festungsberg, auf dem das Wahrzeichen der Stadt Salzburg, die absolut sehenswerte Festung Hohensalzburg thront. Im Advent findet dort übrigens ein sehr stimmungsvoller Adventmarkt statt. Hinauf geht es zu Fuß oder mit der Festungsbahn. Nach Nordwesten setzt sich der Festungsberg in den Mönchsberg fort, auf den man entweder zu Fuß oder mit dem Mönchsbergaufzug gelangt. Besichtigen kann man dort das Museum der Moderne und im „M32“ den kulinarischen Genüssen frönen. Auf der anderen Seite der Salzach befinden sich der Kapuzinerberg und der am Sender erkennbare Gaisberg – ein Ausläufer der Osterhorngruppe, der bei Wanderern beliebt ist. Der Berggipfel kann aber auch bequem mit der Buslinie 151 erreicht werden. Von 1929 bis 1969 fanden hier übrigens Autorennen statt – heute wird die Strecke gerne von Oldtimer-Besitzern befahren. Der sagenumwobene Untersberg, der an der Grenze zwischen Salzburg und Bayern liegt, und in dem der Sage nach Karl der Große oder auch Friedrich Barbarossa von Zwergen umgeben schlafen soll, ist schwieriger zu besteigen, kann aber ebenfalls bequem per Seilbahn erklommen werden.

Auf keinen Fall auslassen darf man das für Hochzeiten beliebte Schloss Mirabell und den Mirabellgarten und auch das Schloss Hellbrunn samt Zoo und Wasserspielen (nur im Sommer empfehlenswert) sollte man besichtigen.

Wer mehr Lust auf Kultur hat oder wegen des berüchtigten Schnürlregens lieber unter Dach sein möchte, kann das DomQuartier, das Salzburg Museum in der Neuen Residenz oder das Haus der Natur besuchen.

In der Adventzeit gehört natürlich auch ein Zwischenstopp am Christkindlmarkt dazu, der sich vom Residenzplatz bis zum Domplatz erstreckt. Und wer im Sommer Abkühlung sucht, kann im Salzburger Almkanal surfen.

Shoppen

Die wohl bekannteste Einkaufsstraße ist die Getreidegasse. Malerisch reihen sich dort mittelalterliche, schmale Häuser mit barocken Fassaden aneinander. Die parallel zur Salzach verlaufende Straße wurde übrigens bereits im Jahr 1150 zum ersten Mal erwähnt und bildete einst den Hauptverkehrsweg durch die Stadt. Interessant sind hier auch die Durchhäuser, durch die man zum Hanuschplatz bzw. auf der anderen Seite zum Universitätsplatz gelangt. Von Antiquitäten über Tracht bis hin zum Quietscheentchen mit Geige bekommt man hier eigentlich alles. Wer zum Einkaufen nach Salzburg kommt, dem empfehlen wir auch einen Blick in die Neustadt, genauer gesagt in die Linzer Gasse auf der anderen Salzachseite, sowie den Europark – ein Einkaufszentrum, welches mit der Buslinie 1 oder der S-Bahn gut erreichbar ist.

Muss man nicht unbedingt machen

Wir verzichten liebend gerne auf eine Sound-of-Music-Tour mit dem gelben Hop-on-hop-off-Bus. Im deutschsprachigen Raum ist der kitschige Film über die Familie Trapp ohnehin kaum bekannt, weswegen sich fast ausschließlich Touristen aus den USA und Asien in die Busse quetschen.

Cafés

In Salzburg gibt es zahlreiche Kaffeehäuser, weswegen wir ausnahmsweise etwas länger ausholen. Die Entscheidung, welches Café am besten sei, fällt nicht leicht und ist bis zu einem gewissen Grad auch Geschmacksache.

  • Unsere Aufzählung muss – wie könnte es anders sein – mit dem ältesten Kaffeehaus beginnen: Das „Café Tomaselli“ am Alten Markt existiert schon seit dem Jahr 1700 und befindet sich seit 1852 in Familienbesitz. Das Ambiente ist toll, der Kaffee auch und die Eier im Glas muss man unbedingt probiert haben. Leider ist es häufig sehr überfüllt und das Servicekonzept („Das Kuchenfräulein kommt sofort!“) finden wir etwas speziell.
  • Wer die originalen Mozartkugeln sucht und gerne Torten mag, ist im „Café Konditorei Fürst“ bestens aufgehoben. Es befindet sich ebenfalls am Alten Markt direkt gegenüber des Tomaselli. Leider ist es auch hier nicht weniger voll – an der Auslage drückt sich meist eine ganze Traube voller Touristen die Nase platt.
  • Apropos Torte: Markus legt euch einen Besuch der in einem Durchgang von der Getreidegasse zum Universitätsplatz gelegenen „Konditorei Schatz“ ans Herz.
  • Beim „Café Mozart“ darf man sich nicht vom Namen abschrecken lassen. Es handelt sich nicht unbedingt um eine Touristenfalle – man kann hier hervorragend Kaffee trinken und kleine Gerichte zu sich nehmen.
  • Auf der anderen Seite der Salzach steht das „Café Bazar„, das 1881 von Jakob Ceconi errichtet wurde. In dem Traditionscafé gingen Künstler und Schriftsteller wie Stefan Zweig, Hugo von Hofmannsthal oder Thomas Bernhard ein und aus. Im Sommer kann man vom Gastgarten aus das Panorama der Altstadt bewundern.
  • Alle, die gut frühstücken wollen, sind im „Café Fingerlos“ gut aufgehoben.
  • Und allen, die es etwas moderner und experimenteller mögen, empfehlen wir das „220°“ in der Chiemseegasse sowie das „Afro Café“ gegenüber der Getreidegasse. VeganerInnen werden im „Heart of Joy Café“ in der Franz-Josef-Straße glücklich.

Restaurants

  • Zuerst die Brauhäuser, die mit Salzburger Gerichten aufwarten: Gute, gediegene Küche mitten in der Altstadt erwartet einen im Sternbräu. Egal ob in kleiner Runde oder mit großer Gruppe ist es dort immer gemütlich. Das Stern ist übrigens unseres Wissens nach das einzige Restaurant, das die berühmten Salzburger Nockerl auch für eine Person anbietet. Besonders sehenswert ist der Bürgersaal, wo man unter historischen Stadtansichten speist. Ebenfalls sehr zentral  in der Altstadt befindet sich das „Zipfer Bierhaus“, das ebenfalls einen traditionellen, bürgerlichen Speisesaal besitzt. Im „Gablerbräu“ auf der anderen Salzachseite treffen bunte Glasfenster, mittelalterliche Schnitzarbeiten und moderne Einrichtung sowie altösterreichische und moderne Küche aufeinander. Wir finden die Mischung sehr gelungen. „Die Weisse“ ist die älteste österreichische Weißbierbrauerei. Wir können dort nicht nur das Bier, sondern auch die Speisen sehr empfehlen.
  • Ihr seid auf der Suche nach traditionellen Gerichten und weniger Touristen? Dann seid ihr in der „Pauli Stubn“ (auch: „Paul-Stube“) am Fuße des Festungsbergs richtig. Das Lokal serviert nicht nur die besten Kasnockn (=Käsespätzle), sondern auch ein wenig Almhütten-Feeling dazu. Ebenfalls sehr gemütlich ist die „Andi Hofer Weinstube„. Das ehemalige Zunfthaus der Steinmetze, Maurer und Zimmerer liegt ein wenig versteckt in der Steingasse. Die Suche lohnt sich aber: In dem nach dem Tiroler Freiheitskämpfer oder einem Salzburger Hofkapellmeister benannten Wirtshaus kann man bei einem Glas Wein traditionelle österreichische Speisen genießen und dabei Musik aus dem Wurlitzer, einer Juke-Box testen. Wir finden: Das hat was.
  • Apropos Wein: Eine reiche Auswahl des feinen Getränks bietet „Die geheime Specerey“ in der Sigmund-Haffner-Gasse. Dazu werden werden unter dem heimeligen Gewölbe des historischen Weinkellers Spezialitäten aus Österreich und Italien serviert.
  • In der Salzburger Küche finden sich bekanntlich bereits Einflüsse aus Italien. Einen richtig guten, „echten“ Italiener findet man dennoch nicht so leicht und ein wenig scheiden sich diesbezüglich auch die Geister. Wir kehren jedoch immer wieder gerne im „Il sole“ neben dem Mönchsbergaufzug ein. Der Besitzer ist zwar Österreicher, könnte aber nicht nur optisch glatt als Italiener durchgehen. Besonders die Pizzen und das Carpaccio haben es uns angetan. Toll ist auch, dass man dort auch noch zu späterer Stunde etwas zu essen bekommt. Ein No-Go sind dort nur die selbstständige Platzwahl (auf gar keinen Fall!), eine kleine Pizza (ist wirklich sehr klein) und ein Salat als Hauptspeise.

Auf einen Absacker: Bars & Co

  • Wer noch gemütlich auf ein Bier (und vielleicht auch noch einen Leberkäse oder eine Brezel) gehen möchte, dem empfehlen wir das Müllner Bräu. Ja, es zieht unzählige Touristen dorthin und ja, es ist laut. Aber: Das Brauhaus ist vielleicht eine der salzburgischsten Lokalitäten, es wird auch von Einheimischen frequentiert, hat einen sehr netten Gastgarten und phänomenales Bier. Im Müllner Bräu ist übrigens Selbstbedienung angesagt. Das Essen kann man bei einem der Schmankerlstände erwerben oder selbst mitbringen.
  • Diejenigen, die es nicht ganz so rustikal mögen, sind in der „Imlauer Sky Bar“ gut aufgehoben. Hier kann man bei einem guten Gläschen den Ausblick von der Dachterrasse genießen. Speisen kann man dort übrigens auch.

Salzburger Bierfleisch

Die Salzburger Küche ist im Wesentlichen von zwei Einflüssen geprägt: der Bayerischen Küche und der Wiener Küche. Als gelungene Mischung aus diesen beiden Richtungen kann man das Salzburger Bierfleisch betrachten.

  • 800 g Gulaschfleisch
  • 1 große Zwiebel
  • 3 mittelgroße Karotten
  • 1 EL Tomatenmark
  • 150 g Bauchspeck
  • 350 ml Bier
  • 300 ml Gemüsebrühe oder Rindsuppe
  • 1 EL Paprikapulver
  • 1 EL Kümmel
  • Butterschmalz
  • Salz, Pfeffer

Den Bauchspeck kleinwürfelig, die Zwiebel in feine Streifen schneiden. Beides gemeinsam in etwas Butterschmalz anbraten, bis die Zwiebel goldbraun ist. Dann das Gulaschfleisch dazugeben und kurz mitbraten. Das Tomatenmark dazugeben, mit etwas Bier aufgießen und etwas abkühlen lassen und das Paprikapulver dazugeben.

Alles ein wenig einköcheln, mit der Gemüsebrühe und dem restlichen Bier aufgießen. Die würfelig geschnittenen Karotten dazugeben, den Kümmel klein hacken und dazugeben.

Das Ganze ca. 1 Stunde zugedeckt köcheln lassen. Abschließend mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Als Beilage passen entweder Kartoffeln oder Serviettenknödel.

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