Blauer Silvaner

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Blauer Silvaner im Glas

Nach längerer Zeit hat die Leibspeis wieder einmal etwas für euch probiert. Dieses Mal kein Obst oder Gemüse, sondern einen Wein: Blauen Silvaner. Noch nie etwas von dieser Weinsorte gehört? Macht nichts. Denn es handelt sich tatsächlich um keine allzu verbreitete Rebe. Warum das so ist und weswegen man diesen Wein trotzdem probieren sollte, verraten wir euch in diesem Beitrag.

Blauer Silvaner – Etikett

In einer Mainzer Weinhandlung entdeckte Verena den Blauen Silvaner von einem örtlichen Weingut aus dem Jahr 2016. Neugierig geworden, weil sie beide die Sorte nicht kannten, kauften Verena und Markus eine Flasche. Anders als der Name „blau“ vermuten lässt, handelt es sich um einen Weißwein mit stark ausgeprägten goldenen Reflexen, die er der grau-violetten Farbe der Trauben verdankt.

Über die Herkunft der Rebsorte ist wenig bekannt. Der Falstaff bezeichnet den Blauen Silvaner gar als „Mysterium des Rebsortenspiegels im deutschsprachigen Raum“. Sicher ist, dass er mit dem ursprünglich aus dem Donauraum stammenden Silvaner, der manchmal auch als Grüner Silvaner bezeichnet wird, verwandt ist. Manche Quellen gehen von einer Mutation aus, möglicherweise handelt es sich aber sogar im Gegenteil um die Urform des Silvaners. Vermutlich gelangte er im 17. Jh. von Österreich nach Deutschland. Seit 1984 ist er dort offiziell zugelassen und wird auf insgesamt ca. 20 bis 30 Hektar Rebfläche auf lehmigem Boden angebaut, wobei der Schwerpunkt in Franken liegt – genau ist dies aber nicht erfasst. Wegen der geringen Verbreitung ist der Wein sehr selten und nur schwer erhältlich. Denn wegen der dicken Schale erweisen sich die Trauben zwar als ziemlich fäulnisresistent, dafür ist die Pflanze jedoch frostempfindlich und äußerst anfällig gegen echten Mehltau. Ein weiterer Grund für den seltenen Anbau liegt im nur sehr mittelmäßigen – wenn auch gleichmäßigen – Ertrag.

Der Wein hat eine tiefgelbe Farbe mit goldenen Reflexen und duftet nach Äpfeln, Birnen und gelben Pflaumen. Der Geschmack ist sehr fruchtig, würzig und insgesamt sehr kräftig. Außerdem schmeckt er auch ein wenig nach frischen Kräutern. Im Vergleich zum Grünen Silvaner ist er körperreicher, fruchtiger und auch etwas rustikaler bzw. uriger. Der Blaue Silvaner wird trocken ausgebaut, der Säuregehalt ist sehr ausgewogen und liegt im mittleren Bereich.

Der Blaue Silvaner wird im Idealfall jung getrunken und maximal vier Jahre gelagert. Preislich bewegt er sich bei 10–15€. Wir haben irgendetwas dazwischen bezahlt.

Die Leibspeis findet: Wer die Gelegenheit hat, einen Blauen Silvaner zu verkosten, sollte das auf jeden Fall tun. Es handelt sich sicherlich um keine Spitzenweine, aber um eine echte Rarität, die sehr gut schmeckt und zu vielen Speisen passt.

Blauer Silvaner – Flasche

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